Das passende Grundstück finden

Das passende Grundstück finden

Es gilt also, den Immobilienteil von Zeitungen oder das Internet zu studieren oder einen Makler mit der Suche nach dem“Traumgrundstück“ zu beauftragen. Für wesentliche Fragen des Grunderwerbs haben wir für Sie eine kleine Checkliste zusammengestellt; im Einzelfall können aber natürlich auch weitere Themen von Bedeutungsein.

Bebaubarkeit des Grundstücks

Das Baugesetzbuch (BauGB) regelt im Einzelnen, ob und gegebenenfalls mit welcher Nutzung und in welchem Ausmaß ein Grundstück bebaubar ist. Baurechtlich ohne Belang ist dabei sowohl die steuerrechtliche Einordnung des Grundstücks als auch in welcher Qualitätsstufe (z. B. Bauland oder Bauerwartungsland) der Verkäufer das Grundstück veräußert. Ausschlaggebend sind ausschließlich die §§ 29 ff BauGB.Danach ist jede Fläche grundsätzlich einem von drei Bereichen zugeordnet:

  • Dem Planbereich nach § 30 BauGB: Das Grundstück befindet sich im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplans. 
  • Dem im Zusammenhang bebauten Ortsteilnach § 34 BauGB: Das Grundstück befindet sich im unbeplanten Innenbereich. 
  • Dem Außenbereich nach § 35 BauGB: Das Grundstück liegt im Außenbereich. Eine Außenbereichslage ist dann gegeben,wenn eine Bebauung weder innerhalb eines Bebauungsplanes noch im Innenbereich erfolgen soll. Im Außenbereich sind nur ganz bestimmte Vorhaben zulässig (z. B. landwirtschaftlich genutzte Gebäude). An eine Bebauung im Außenbereich werden äußerst strenge Anforderungen geknüpft.
    Eine Außenbereichslage ist oft dann schon gegeben, wenn es sich um Grundstücke am Ortsrand handelt. Es istzu beachten, dass bei Vorhaben im Außenbereich aufgrund möglicher Forderungen des Naturschutzes evtl. zusätzliche Kosten entstehen können (z. B. Erstellung eines Freiflächengestaltungsplanes, Bereitstellung von Ausgleichsflächen). 


Um bei der Beurteilung der Frage ganz sicher zu gehen und keine unliebsamen Überraschungen oder Enttäuschungen zu erleben, sollte vor einer Kaufentscheidung zunächst beim Landratsamt als zuständige Bauaufsichtsbehörde bzw. bei der örtlichen Gemeinde nachgefragt werden, z. B. in Form einer Bauvoranfrage, s. u. Hinweis.

Hinweis: Durch eine Bauvoranfrage – über die zuständige Gemeinde an das Landratsamt weitergeleitet – können planungsrechtliche Einzelfragen vor einer kostenintensiven Erstellung der endgültigen Baupläne geklärt werden. Die Bauvoranfrage kann auch schon vor dem Erwerb des Grundstücks gestellt werden.

Checkliste:

1) Wie hoch sind die Grundstückskosten?
2) Wie sehen Topographie und Zuschnitt des Grundstücks aus?
3) Wie ist die Bodenbeschaffenheit; ist der Baugrund geeignet?
4) Welche Belastungen enthält das Grundbuch? Bestehen Miet- oder Pachtverträge?
5) Wer trägt die Erwerbskosten (z. B. Makler, Notar, Grundbuchamt, Grunderwerbssteuer)? Wie hoch werden diese voraussichtlich sein?
6) Existiert ein Bebauungsplan und ermöglichen die gemeindlichen Vorgaben die Realisierung Ihres Vorhabens? Wie sieht die Umgebungsbebauung aus?
7) Ist das Grundstück bereits vollständig erschlossen, welche Erschließungskosten (Höhe, Fälligkeit) fallen gegebenenfalls noch an?
8) Liegen Anhaltspunkte für Altlasten vor?
9) Ist der Erwerb von Teilfl ächen eines Grundstücks sinnvoll?
10) Welche Infrastruktur bieten der künftige Wohnort und seine Umgebung?
11) Zu welchem Zeitpunkt kommt der Baubeginn in Betracht?


Titelbild: by  travelpeter, Stock Foto 42809086

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